Heute ist der Zwang der Gemeinschaft, in die Trachten eingebettet waren, mit ihren vielen und genauen Abstufungen für Freud’ und Leid, Werktag und Sonntag, die religiösen Feste und die Höhepunkte im Menschenleben, fast nirgendwo mehr bindend. Vor allem die religiöse Tradition gibt der Tracht und vor allem deren Kopfbedeckungen, einen Ehrenplatz und eine Funktion bei ihren hohen Festen.
Die Festtags-Kopfbedeckungen, sowie die Trachten dazu waren schon immer kostbar und kostspielig. Wer sich etwas leisten konnte, zeigte dies auch. Überlieferte Kleidervorschriften sprechen immer davon, was noch erlaubt war - das Vorhandene war also mehr. Von Vorschriften befreit entwickelten sich oft hypertrophe Formen, die nicht mehr
lebensfähig waren. Kronenartige Kopfbedeckungen, meist für ledige Mädchen, manchmal aber auch für ledige Männer, gab und gibt es in fast allen Kulturkreisen seit Menschengedenken. Auffällig dabei ist (siehe auch Fotos unten), dass fast alle Völker dazu die Farbe Rot entweder in der Krone oder aber in der Kopfbedeckung darunter
einarbeiten. Man kann nur darüber spekulieren, warum der Mensch gerne große Dinge auf den Kopf setzt. Wahrscheinlich versuchten die einfachen Menschen die Kopfbedeckungen ihrer Anführer zu imitieren. Die rote Farbe jedoch ist in fast allen Kulturen ein Zeichen von Fruchtbarkeit und manchmal auch von Jungfräulichkeit. Die Materialien
reichen von Naturkränzen (Hawaii, Tahiti etc.) über Kunstblumenkränze (Brasilien, Deutschland etc.) bis zu aufwändigen Kronen aus Draht und Messingflitter (Griechenland, Norwegen etc.) und verspiegelten Hohlglasperlen (Deutschland, Schweiz etc.) und überdimensionalen Gebilden aus Federn und anderem künstlichem Glitzerwerk (heutige indianische Kulturen etc.) bzw. Bänderhauben mit ebenso weit ausladenden Moiréeschleifen (Schwarzwald etc.). Die Liste der kuriosen wie auch einzigartigen Gebilde für den Kopf der unterschiedlichen Regionen weltweit ließe sich beliebig fortsetzen. Die folgenden Bilder sollen einen kleinen Einblick geben: |